Mietrecht: Ein- und Auszug

An dieser Stelle können Sie nachlesen, wie Sie sich beim Einzug in eine neue Mietwohnung richtig verhalten, um späteren Ärger bei dem Auszug ggf. zu vermeiden. Dieses können Sie insbesondere dadurch verhindern, in dem Sie ein ordentliches Übergabeprotokoll anfertigen und von dem Vermieter unterschreiben lassen.

 

Einzug

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Die Freude über eine neue Wohnung ist oftmals risengroß. Doch vorsichtig - wer nun überstürzt den Mietvertrag unterschreibt, kann beim Auszug eine böse Überraschung erleben. Der Vermieter, der beim Einzug so nett war und versprach, "mit mir hatte noch kein Mieter Streit", entpuppt sich nun als äußerst penibel. Bei der Wohnungsübergabe weist er Sie auf jeden noch so kleinen Mangel hin. Hier ein Riß in der Fliese, da ein Wasserfleck auf dem Boden, hier zu viele Bohrlöcher in der Wand, da eine defekte Leuchtdiode in dem Lichtschalter.
Die Aufzählung wird immer länger und auf einmal ist die Mietsicherheit ist dahin.
Doch soweit muß es nicht kommen!
Nehmen Sie sich beim Einzug Zeit, sehr viel Zeit. Dann nehmen Sie sich einen unabhängigen Zeugen, also nicht den Mitbewohner oder Mitmieter, einen Fotoapparat und einen Zettel samt Stift.
Nun schreiben Sie jeden, auch noch so kleinen Mangel auf. Denn für alle Mängel und Schäden, die Sie jetzt aufschreiben, brauchen Sie beim Auszug nicht zu haften. Gehen Sie dann mit dem Vermieter durch die Wohnung und zeigen Sie ihm alle aufgeführten Positionen. Auch hierbei sollten Sie einen Zeugen mitnehmen. Achten Sie auch darauf, daß bei Einrichtungsgegenständen ( Teppichboden, Laminat, Sanitäreinrichtungen, Einbauschränken usw.), das Alter der Gegenstände vermerkt wird. Denn wenn solche Gegenstände, durch den vertragsgemäßen Gebrauch abgenutzt werden, hatder Vermieter beim Auszug einen Abzug "neu für alt" vorzunehmen. Dann unterschreiben Sie das Protokoll und ganz wichtig! - natürlich auch der Vermieter. Es schadet hier auch nicht, wenn der Zeuge namentlich vermerkt wird und mit unterschreibt.
Machen Sie von dem Protokoll eine Kopie und geben diese dem Vermieter, wenn er das wünscht. Das Original behalten Sie!
Jetzt können Sie den Mietvertrag unterschreiben. In diesem sollte aber in jedem Fall Bezug auf das Übergabeprotokoll genommen werden.
Wenn der Vermieter Ihnen das Übergabeprotokoll nicht unterschreiben will, sollten Sie ihn darauf hinweisen, daß es auch für ihn von Vorteil ist.
Wenn er sich absolut weigert, sollten Sie sich überlegen, ob es nicht vielleicht auch eine andere Wohnung sein kann - denn der Ärger ist dann vorprogrammiert.

ACHTUNG: Hierbei handelt es sich nicht um eine Rechtsberatung! Es wird lediglich die rechliche Einschätzung des Verfassers wiedergegeben. Für den Inhalt des Textes wird keine Haftung übernommen.

 

Auszug

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Irgendwann wird die Wohnung zu klein, zu groß, oder Sie möchten oder müssen in eine andere Wohnung ziehen. Es naht also der Auszug und die Übergabe der Wohnung. Und natürlich ist da noch die Mietsicherheit, die Sie auch gerne in voller Höhe wieder bekommen möchten.
Ein redlicher Vermieter wird dann mit Ihnen einen Übergabetermin vereinbaren und bei diesem wiederum ein Protokoll über die Mängel und Schäden erstellen. Auch hierzu sollten Sie sich einen unabhängigen Zeugen mitnehmen. Vergleichen Sie nun alle Mängel und Schäden mit denen, die bereits beim Einzug vorhanden gewesen sind. Diese kann Ihnen der Vermieter nicht in Rechnung stellen. Fertigen Sie also ein bereinigtes Übergabeprotokoll, auf denen nur noch die Mängel und Schäden stehen, für die Sie auch tatsächlich verantwortlich sind. Der Mieter kann dann nur noch für solche Schäden verantwortlich gemacht werdn, die im Protokll vermerkt sind, eine Ausnahme besteht nur noch für Mängel oder Schäden, die nicht zu erkennen waren. Der Vermieter hat Ihnen dann eine angemessene Frist zu setzen, in der Sie die Mängel selbst beheben können oder einen von Ihnen eingesetzten Fachmann zu Rate ziehen können.
Achten Sie jedoch darauf, daß Sie nicht für alle Mängel haftbar gemacht werden können. Insbesondere kann es sich auch um naürliche Abnutzungen oder Alterserscheinnungen handeln. Nach § 538 BGB hat der Mieter eine Veränderung oder Verschlechterung der Mietsache, die durch den vertragsgemäßen Gebrauch herbeigeführt wurde, nicht zu vertreten.Zu beachten ist jedoch, daß der Vermieter diese Pflicht auf den Mieter übertragen kann, wenn die Schöhheitsreparaturen wirksam auf den Mieter übertragen worden sind.
Einen allgemein gültigen Ratschlag kann und will ich hier aber nicht geben, da es zu sehr vom Einzelfall abhängig ist. Hier sollten Sie sich Rat und Hilfe von dem Mieterschutzbund oder einem Rechsanwalt einholen.
In jedem Fall können Sie sich eine Menge Ärger und Nerven ersparen, wenn Sie sowohl beim Einzug, als auch beim Auszug ein eindeutiges Protokoll über den Zustand der Wohnung und der darin befindlichen Mängel und Schäden erstellen.

ACHTUNG: Hierbei handelt es sich nicht um eine Rechtsberatung! Es wird lediglich die rechliche Einschätzung des Verfassers wiedergegeben. Für den Inhalt des Textes wird keine Haftung übernommen.

 

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22.11.17, 11:43
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