Strafrecht

Sollten Sie Beschuldigter in einem Strafverfahren sein, gilt die goldene Regel: Schweigen! Jedes Wort, welches Sie gegenüber der Polizei oder der Staatsanwaltschaft abgeben, kann am Ende gegen Sie verwendet werden. Eine vernünftige Verteidigung setzt voraus, dass Ihr Verteidiger zunächst die Ermittungsakte einholt und erst dananch, wenn überhaupt, eine Erklärung für Sie abgegeben wird. 

Hier können Sie sich zudem informieren, wie sich in einem Verfahren gegen Jugendliche verhalten werden sollte.

 

Ermittlungsverfahren

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Sobald Ihnen die Polizei oder die Staatsanwaltschaft eröffnet, dass gegen Sie ein Ermittlungsverfahren eingeleitet ist, sollten Sie sich genau überlegen, ob Sie sich selbst verteidigen wollen, oder einen Rechtsanwalt beauftragen wollen. Dieser wird Sie genau unterrichten, welche Verteidugungsmöglichkeiten es gibt. Auch kann nur der Rechtsanwalt die Ermittlungsakten einsehen. Sobald Sie im Übrigen einen Rechtsanwalt eingeschaltet haben, brauchen Sie sich der Polizei gegenüber nicht mehr zu äußern. Machen Sie davon Gebrauch. Jede Aussage zuviel, kann ungünstig für Sie sein.

 

Verteidigungsstrategien

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Je nach dem welcher Vorwurf Ihnen gemacht wird, ist zu überlegen, wie Sie reagieren wollen. Mal kann es hilfreich sein, eine umfängliche Aussage zu machen, es kann aber manchmal auch angezeigt sein, zu dem Vorwurf zu schweigen. Das ist Ihr gutes Recht! In einem Strafverfahren muß Ihnen immer der Staat nachweisen, dass Sie gegen das Gesetz gehandelt haben. Natürlich gibt es auch die Möglichkeit, eigene, entlastende Beweise vorzubringen. Das ist nach dem Einzelfall zu entscheiden. Der von Ihnen beauftragte Rechtsanwalt wird Sie über seine Verteidigungsstrategie beraten.

 

Ausgang eines Verfahrens

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Ein Ermittlungsverfahren kann enden durch
  • eine Einstellung
  • einen Strafbefehl
  • eine Verurteilung
  • einen Freispruch

Ein Verfahren kann zu jedem Zeitpunkt eingestellt werden. Dazu kann z.B. eine fundierte Einlassung eines beauftragten Rechtsanwaltes führen.

Ein Verfahren kann auch damit beendet werden, dass gegen Sie ein Strafbefehl erlassen wird. Dann sollten Sie genau prüfen lassen, ob Sie den Strafbefehl annehmen wollen. Wenn Sie diesen nicht akzeptieren wollen, müssen Sie gegen den Strafbefehl Einspruch einlegen. Dieser Einspruch ist an Fristen gebunden. Im Falle eines Einspruches wird die Angelegenheit vor dem Strafrichter verhandelt.

Ein Verfahren kann immer auch mit einer Verurteilung enden. Dann ist zu sehen, welches Strafmaß ausgesprochen worden ist. So kann es eine Geldstrafe, eine Bewährungsstrafe oder eine Gefängnisstrafe geben, daneben auch noch weitere Sanktionen wie Entzug der Fahrerlaubnis, Fahrverbot, Unterbringung etc.. Prüfen Sie nach der Verurteilung, ob Sie mit dem Strafmaß einverstanden sind. Jeder aufrichtige Kollege wird Sie bereits vor der Verhandlung darüber informieren, welches Strafmaß bereits ein Erfolg ist. Nicht in jedem Fall ist von Anfang an auf einen Freispruch hinzuarbeiten. So kann und sollte auch eine Verurteilung zur Geldstrafr oder zur Bewährung in bestimmten Fällen als Erfolg angesehen werden. Bedenken Sie auch, dass Sie die Möglichkeiten haben, gegen eine Verurteilung Rechtsmittel einzulegen. Selbstverständlich gibt es auch noch in der Hauptverhandlung die Möglichkeit, das Verfahren, z.B. gegen Erbringung einer Auflage (Zahlung einer Summe an einen gemeinnützigen Verein etc.) einzustellen. Auch dieses ist als ein Erfolg zu werten. Mit einer Einstellung sind Sie nicht vorbestraft.

Wenn das Verfahren mit einem Freispruch für Sie endet, konnte der Vorwurf gegen Sie nicht nachgewiesen werden oder Ihre Unschuld wurde tatsächlich bewiesen. In diesem Fall gehen Sie als unbelasteter Mensch aus dem Verfahren hervor. Bedauerlicher Weise kann diese Ergebnis jedoch nur in wenigen Fällen erreicht werden, eine Garantie sollte Ihnen kein Kollege dafür geben. Zu groß ist hier auch die Anzahl der Justizirrtümer.

Bedenken Sie aber bitte eines: Sie werden aus einem strafrechtlichen Verfahren nie als Gewinner hervorgehen. Ein Strafverfahren können Sie nicht gewinnen.

 

Kosten der Verteidigung

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In einem Ermittlungsverfahren haben Sie die Kosten immer selbst zu tragen. Diese werden nur ersetzt, wenn das Verfahren mit einem Freispruch für Sie endet. Falls Sie verurteilt werden oder das Verfahren eingestellt wird, haben Sie die Kosten Ihres Rechtsanwaltes selbst zu tragen. Allerdings kann dieses Geld durchaus gut investiert sein.

Bei einer Einstellung des Verfahren haben Sie die Kosten des Verfahren selbst, also die Gerichtskosten nicht zu tragen.

Eine Rechtsschutzversicherung kann die Kosten übernehmen, wenn Ihnen ein fahrlässiger Tatvorwirf gemacht wird. Dieses ist in Verkehrssachen häufig der Fall.

 

Was tun?

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Aus Verantwortung gegenüber den Kindern oder aber auch um diesen zu helfen, noch einmal auf den rechten Weg zurück zu kommen, bietet sich die Möglichkeit an, einen Verteidiger für den Jugendlichen zu beauftragen. Dieses ist zwar mit Kosten verbunden, jedoch kann es sich oftmals als hilfreich erweisen. Der Vereidiger hat im Gegensatz zu dem Jugendlichen oder deren Eltern die Möglichkeit Einsicht in die Ermittlungsake zu nehmen. Wenn dann noch die Gesamtumstände unklar sind, so kann der Verteidiger mit dem ihm vorliegenden Unterlagen in geeigneter Weise die Zeugen befragen. Der Jugendliche selbst wird hier vielleicht überfordert sein, zumal sich gerade in Jugendstrafsachen der Angeklagte und die Zeugen kennen und es manchmal nicht einfach ist zu sagen, wer auf die Ankagebank gehört und wer auf den Zeugenstuhl.
Auch ist es für einen Verteidiger einfacher die Persönlichkeit und die Gesamtumstände des Angeklagten dazustellen.
In keinem Fall ausschlagen sollte man die Hilfe der Jugendgerichtshilfe ( hierzu unten mehr ). Wer dieses Angebot nicht wahrnimmt, macht sich bei den Richtern nicht wirklich beliebt.

Als Ratschlag in jdem Fall gilt: Vor den Richter tritt man nicht in den ältesten und auch nicht in den coolsten Klamotten! Mützen werden bereits vor dem Betreten des Saales abgenommen!

Und das Wichtigste: Wer dem Richter und dem Staatsanwalt keinen Respekt entgegen bringt, kann auch nicht erwarten mit einem "blauen Auge" davon zu kommen.

 

Jugendstrafe

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Die Jugenstrafe wird bei Jugendliche ab dem vierzehnten Lebensjahr angewendet. Sobald der Jugendliche 18 Jahre alt geworden ist, gilt er bis zu seinem 21. Geburtstag als Heranwachsender. Auch Heranwachsende werden nach dem Jugendstrafrecht verurteilt, es sei denn, daß sich in der Hauptverhandlung herausstellt, daß der Heranwachsende wie ein Erwachsender zu bestrafen ist. Eine Verurteilung nach Jugendstrafrecht wird dann vorgenommen, wenn die Gesamtwürdigung der Persönlichkeit des Täters bei Berücksichtigung auch der Umweltbedingungen ergibt, daß er zur Zeit der Tat nach seinen sittlichen und geistigen Entwicklungen noch einem Jugendlichen gleichstand, oder es sich nach der Art, den Umständen oder den Beweggründen er Tat um eine Jugendverfehlung handelt. vgl: § 105 JGG.

Die Jugendgerichtsverfassung ( JGG ), in der die Jugendstrafe geregelt ist, ist in vier Formen der Bestrafung gegliedert.

Weisungen und Anordnungen

Nach §§ 9 ff. JGG können dem Täter Weisungen und Anordnungen auferlegt werden. Die in § 10 JGG aufgeführten Weisungen sind nicht abschließend. Das Interessante an der Jugendstrafe liegt daran, daß der Richter auch Weisungen auferlegen kann, die seiner Meinung nach, dem Täter und auch dem Opfer gerecht werden. Hierbesteht auch für den Verteidiger eineMöglichkeit, besondere Weisungen zu beantragen.

Zuchtmittel

Wenn die Gesamtumstände der Tatnicht dafür sprechen, daßes zur Ahndung bei Weisungen bleiben soll, dann kann der Richter Zuchtmittel aussprechen. Nach § 13 II JGG handelt es sich hierbei um eine Verwarnung, Erteilung von Auflagen oder Jugendarrest.
Eine einfache Verwarnung kommt in der Praxis recht selten vor. Vielmehr machen die Gerichte von der Möglichkeit Gebrauch, einzelne Weisungen und Zuchtmittel miteinander zu kombinieren.
Als weiteres Zuchtmittel sieht das Gesetz die Möglichkeit von der Erteilung von Auflagen vor. Diese sind in § 15 JGG aufgeführt.
Als schärstes Mittel steht dem Richter im Wege der Zuchtmittel, der Jugendarrest ( beispielhaft Jugendarrestanstalt Neustadt a. Rgbe. ) zur Verfügung.
Hierbei handelt es sich nicht im eigentlichen Sinn um ein Gefängnis, jedoch wird dem straffällig gewordenen Täter für kurze Zeit aufgezeigt, wie sich freiheitsentziehende Maßnahmen anfühlen. Zudem ist die Verhängung eines Jugendarrestes oftmals die letzte Warnung. Bei einer erneuten Straffälligkeit hat der Jugendliche mit einer Jugendstrafe im Jugendgefängnis zu rechnen

 

Ansprechpartner

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abhängig, von dem Grund der Beschuldigung:
RA Dr. Werwitzki (info@kanzlei-wunstorf.de)
RA Pflüger (info@kanzlei-wunstorf.de)
RA Taubert (info@kanzlei-wunstorf.de)

 

 
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Kontakt:

Werwitzki und Taubert
Rechtsanwälte
Lange Str. 12
31515 Wunstorf
Tel.: 0 50 31 / 50 56
Fax: 0 50 31 / 1 59 80
E-Mail: info@kanzlei-wunstorf.de