Autounfall

Man steht an der Kreuzung und denkt an nichts böses. Dann spürt man von hinten auf ein mal einen Aufprall und hört ein lautes Krachen. Der Hintermann hat einen übersehen und konnte nicht mehr rechtzeitig bremsen. Nun ist das eigene Auto also beschädigt und der eigene Kopf tut auch ziemlich weh. Auch der fiktiven Familie Staude ist so etwas wiederfahren. In der kleinen Geschichte können Sie nachlesen, wie Sie sich richtig verhalten, um zu Ihrem guten Recht zu kommen.

 

Frau am Steuer

[Zur Übersicht]
Tochter Sabine war auf dem Weg nach Hause. Sie kam von ihrem Freund Chris und hing so ihren Gedanken nach. Als sie auf eine rote Ampel zufuhr, bremste sie ab und hielt. Als sich Sabine gerade darum kümmerte eine neue CD einzulegen passierte es. Sie hörte ein starkes Bremseräusch und dann einen Knall. Außerdem machte ihr Auto einen kleinen Satz nach vorne.
Erschrocken stieg sie aus. Auch der Unfallverursacher stieg aus. Sabine blieb die Luft weg: ein braungebrannter lockiger Schönling! Die Gedanken an Chris waren verschwunden.

"Das tut mir furchtbar leid", schamlzte der Schönling. "Ich habe wohl gerade nicht aufgepaßt."
"Macht doch nichts", flötete Sabine, "Das kann doch mal passieren."
Alles was ihr Vater Arno ihr geraten hatte, wie sie sich in einer solchen Situation zu verhalten hatte, war verflogen. Immerhin war sie mit seinem Auto unterwegs und immer wieder hatte er ihr eingetrichtert im Falle eines Unfalles die Polizei zu rufen, Zeugen zu notieren und Fotos zu machen.

 

Der schöne BMW

[Zur Übersicht]
"Oh Mann", sagte der Schönling, "da habe ich mit wohl das hübscheste Unfallopfer überhaupt ausgesucht." Damit hatte er nicht ganz unrecht. Sabine war ziemlich attraktiv und wußte dies auch. Entsprechend kleidete sie sich und benahm sie sich. Der Schönling, er hieß Frank und hatte sich mittlerweile vorgestellt, schaute sich die Autos an. "Bei dir ist ja nur ein kleiner Kratzer, das fällt je überhaupt nicht auf. Komm, wir fahren um die Ecke ins Cafe. Ich zahle deinen Milchkaffee und dann ist es doch gut!"
Frank untertrieb maßlos. Das Auto von Sabine wies eine erhebliche Delle auf. Daneben war die Stoßstange verbogen und auch die hinteren Seitenteile warfen merkwürdige Falten.

Glücklicherweise dämmerte es nun bei Sabine. "Nicht so schnell. Das Auto gehört meinen Vater und der ist da ziemlich eigen." Es handelte sichum einen mattschwarzen BMW 623i, Vater Arnos ganzer Stolz. Normalerweise stand der nur in der Garage und wurde am Sonntag ausgeführt. Doch heute waren die anderen Autos weg und Sabine hatte sich den BMW genommen.

 

Polizei, Zeugen, Fotos

[Zur Übersicht]
"Wir müssen den Unfall von der Polizei aufnehmen lassen. Wegen der Versicherung und so.", sagte Sabine. "Muß das wirklich sein. ich habe schon so viele Punkte.", klagte Frank. Dabei setzte er sein mitleidigstes Lächeln auf.
"Na gut, vielleicht nicht die Polizei, aber Zeugen müssen wir in jedem Fall aufschreiben." In diesem Moment kam eine Frau auf die beiden zu. Sie hatte an der Füßgängerampel gestanden und den Unfall beobachtet.

"Wenn sie mich als Zeugen benötigen, kann ich ihnen gerne meine Adresse da lassen.", sagte sie nun zu Sabine. Sie hatte glücklicherweise bemerkt, daß Sabine sich von Frank hätte einwickeln lassen. Auch ein andere Zeuge kam dazu, überreichte seine Visitenkarte und merke an, daß er den Unfall beobachtet hatte. Jetzt schaltete auch Sabine. Sie nahm ihre sündhafte teure Handykamera und fotografierte die Schäden an dem BMW.

Dann tauschte sie mit Frank die Adressen aus. Auch ließ sie sich seine Haftpflichtversicherung nennen.

 

Arno und der BMW

[Zur Übersicht]
Sabine wolle nach Hause. Der anfängliche Schock war verflogen und sie spürte starke Schnerzen im Nacken und aufkommende Übelkeit. "Also gut, auf die Polizei können wir wohl verzichten", sagte sie. Damit rettete sie Frank vor einem Bußgeldverfahren. Insoweit hatte sein schmachender Blick doch Erfolg gehabt. Allerdings verzichtet sie auf eine erneute Einladung ins Cafe.

Da beide Fahrzeuge fahrbereit waren, verliessen sie den Unfallort.

Zu Hause angekommen, stellte Sabine den BMW in die Garage und ging ins Wohnzimmer zu Arno. "Dein BMW ist wieder da.", sagte sie. "Wiese? War der weg?" Arno wußte nichts von der Fahrt. "Ja, ich mußte ihn nehmen, war sonst kein Auo da." "Aha", entgegnete Arno, "Man gut. Morgen habe ich Poliertag."
"Da mußt du aber viel polieren. Mir ist nämlich einer hinten drauf gefahren", erwiderte Sabine. Über viel Feingefühl verfügte sie leider nicht.
Arnos Hautfarbe wechselte schlagartig in ein äußerst helles kalkweiß!
"Das Auto ist kaputt", stammelte er, "der BMW!!!???" "Ja, und ich habe auch Schmerzen", sagte Sabine. Doch da interssierte Arno nicht sonderlich. Er sprang auf und rannte in die Garage.

 

Und nun?

[Zur Übersicht]
Arno stand fassungslos hinter dem BMW. Glücklicherweise war seine Frau Christa gearde nach Hause gekommen und stützte ihn. "Ach Arno, das kann man doch reparieren", versuchte sie ihn zu trösten. "Was ist denn mit dir?", fragte sie Sabine. "Ich habe ziemliche Schmerzen im Nacken. Und schlecht ist mir auch." "Mir auch", wimmerte Arno.

"Du Arno rufst jetzt bei unsrem Rechtsanwalt an und läßt dir und Sabine einen Termin geben. Um die Abwicklung sollen wir uns nicht selber kümmern. Bestimmt übersehen wir irgendetwas und darüber hinaus zahlt die Haftpflichtversicherung des Unfallgegners auch unsere Kosten - hier in jedem Fall, da es wohl kein Mitverschulden von Sabine gibt. Und du Sabine. Du gehst jetzt sofort zum Arzt und läßt dir deine Verletzungen bescheinigen."

 

Alles geht seinen Weg

[Zur Übersicht]
Arno hatte einen Termin bei dem Anwalt bekommen und suchte diesen mit Sabine und allen Unterlagen auf. Dieser nahm sich den beiden an und setzte sich mit der Haftpflichtversicherung von Frank in Verbindung. Tags drauf akm ein Gutachter zu Arno und nahm den BMW und die Schäden in Augenschein. Dieser kam zu dem Ergebnis, daß die Schäden unter dem Zeitwert des Autos lagen und somit die gegnerische Versicherung die Reparatur bezahlen mußte.

Also brachte Arno den Wagen in eine Werkstatt. Die entstandenen Kosten ließ er gleich an die Versicherung abtreten.
Darüber hinaus machte der Rechtsanwalt noch eine unfallbedingte Kostenpauschale geltend. Weitere Ansprüche, wie Kosten für Um - und Anmeldung, Nutzungsausfall uw. machte er nicht geltend, da diese nicht angefallen waren.

Für Sabine machte er ein Schmerzensgeld i.H.v. EUR 800,00 geltend und bekam dieses auch.
Auch Arno wollte Schmerzensgeld -doch hiervon riet der Anwalt ab.

 

Alles wird gut

[Zur Übersicht]
Da die gegnerische Haftpflichtversicherung alle Ansprüche erfüllt hatte, war die Angelegenheit außergerichtlich erledigt worden.
Alle waren glücklich. Arno hatte ein repariertes Auto, Sabine Geld zum shoppen und der Anwalt bekam seine Kosten auch.
Nur Frank war nicht glücklich. Er hatte noch ein paar Mal versucht Sabine einzuladen - doch die wollte nicht!

 

 
Aktuelles
Webcam
Marktplatz Wunstorf
Webcam Marktplatz Wunstorf, anklicken zum Vergrößern

27.06.19, 10:43
Standort: kanzlei-wunstorf.de

Kontakt:

Werwitzki und Taubert
Rechtsanwälte
Lange Str. 12
31515 Wunstorf
Tel.: 0 50 31 / 50 56
Fax: 0 50 31 / 1 59 80
E-Mail: info@kanzlei-wunstorf.de